Viel Spaß am Regen

Grün, rot und blau schimmernde Steine kurz unter der Wasseroberfläche – leider keine Edelsteine sondern nur das sichtbare Anzeichen, dass Kanufahren nicht immer materialschonend von statten geht. Diese Erfahrung mussten auch die „submariner“ auf dem Schwarzen Regen machen. Für die Wagemutigen unter den Pößnecker Tauchsportlern begann die Kanutour 2016 bereits hier in einem durchaus zu recht auch als Bayerisch Kanada bezeichneten Teil des Bayerischen Waldes. Da diese Tour auch Wildwasserabschnitte aufwies, durften die Jüngsten der submariner hier leider nicht mit von der Partie sein. Für sie und alle anderen Teilnehmer der diesjährien Kanutour des TC submarin Pößneck e.V. ging es dann aber am darauf folgenden Tag so richtig los.

Wie jedes Jahr in den Sommerferien trafen sich natur- und sportbegeisterte Mitglieder und Freunde der „submariner“, um für eine Woche mit Zelt, Campingkocher und Kanu unbekannte Landstriche zu entdecken. In diesem Jahr sollte es die Gegend nördlich von Regensburg sein. Vorbei an kleinen und größeren Städten wie Cham und Roding sowie Klöstern, Burgen und zahlreichen Mühlen wurde der Regen zwischen Blaibach und Ramspau in Angriff genommen. Zwischen beiden Orten liegen gut 85 km Wasserweg – gespickt mit großen und kleinen Granitfelsen, Brücken, Wehren und der ein oder anderen Bootsrutsche. Letztere sorgten übrigens durchaus für einige Lacher, wenn die Bootsbesatzung am Ende der Rutsche von der Seitenströmung überrascht wurde und kenterte. Die Strecke wurde in vier Tagestouren bewältigt.

Eine kleine Meisterleistung ist es dabei schon, wenn innerhalb von gut zwei Stunden ein Zeltlager, bestehend aus zwei größeren Versorgungszelten (Küche und „Esszimmer“) einschließlich aller Gerätschaften, Tische, Bänke, Verpflegung sowie weitere 15 kleine und große Zelte mit den persönlichen Habseligkeiten in zwei Kleintransportern verschwinden, der Lagerplatz von allem Unrat beräumt wird und die komplette Gruppe wieder in den Booten sitzt, um dem nächsten Tagesziel entgegen zu paddeln.

Leider hat der Wettergott den Plan der „submariner“ in diesem Jahr auf dem Regen zu fahren und nicht wie im letzten Jahr in Schweden im Regen, nur zum Teil zum Erfolg verholfen. Aber was sollte er auch von diesem Plan halten, schließlich schienen die „submariner“ nicht ernsthaft an trockener Bekleidung interessiert zu sein. Insbesondere die Jüngeren nutzen an den warmen, sonnigen Tagen so ziemlich jede Gelegenheit für ausgiebige „Wasserschlachten“.

Zur Halbzeit der Kanutour gab es dann sogar Besuch von Neptun, seinen gefürchteten Häschern sowie den liebreizenden Nixen. Damit sich der weite und anstrengende Weg von den großen Meeren in den doch eher kleinen Regen auch lohnt, hat er gleich vier Mitglieder und Freunde des Vereins einer zünftigen Taufe unterzogen, bevor er sich in die Tiefen seiner Meere zurückzog. Dies geschah natürlich nicht ohne das Versprechen, auch im nächsten Jahr bei passender Gelegenheit wieder nach den „submarinern“ zu schauen und vielleicht auch den einen oder anderen zu taufen.

Den Abschluss der diesjährigen Kanutour bildete ein Abend am Lagerfeuer vor der malerischen Kulisse von Ramspau sowie der Besuch der Regensburger Altstadt am nächsten Tag. Hier konnte man u. a. an der steinernen Brücke sehen, welche Wassermassen die Donau mit ihren Nebenflüssen in ein paar Tagen angesammelt hat. Wohin uns die Kanutour im nächsten Jahr führt, steht noch nicht fest, aber wir werden berichten. (SH)

Text/Bild:Silvio Hickethier

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